Bau und Betrieb von Straßenbahn- und RegioTramverbindung in Kassel und in der Region
Warum nicht mit dem ÖPNV umsteigefrei von Wolfhagen nach Hess. Lichtenau fahren?
Oder von Warburg nach Lohfelden?
Warum sollte man nicht von Melsungen zum Universitätsstandort Holländischer Platz fahren können, ohne umsteigen zu müssen?
Dies sind Überlegungen, deren Verwirklichung zwar bereits im "Generalverkehrsplan der Stadt Kassel" und im "Regionalen Raumordnungsplan für Nordhessen" vorgesehen sind, jetzt aber letztlich durch den Nahverkehrsplan Nordhessen "Schiene 21" umgesetzt wird.
Die Straßenbahn in der Region, "die RegioTram", will die bestehenden Eisenbahnstrecken in der Region mit dem Straßenbahnnetz Kassels so miteinander verknüpfen, dass alle wichtigen Ziele in Kassel ohne Umsteigen aus der Region erreicht werden können. Hierzu wird es erforderlich, dass eine Verknüpfung von Eisenbahnnetz und Straßenbahnnetz erfolgt, die sich im Bereich des Kasseler Kulturbahnhofs vollzieht. Durch diese Verknüpfung können die Fahrzeuge vom Umland direkt in die Kasseler Innenstadt fahren.
RegioTram - Das Herzstück des Vorhabens wurde jetzt zur Genehmigung vorgelegt
Dem Regierungspräsidium Kassel wurden jetzt von der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft Aktiengesellschaft (KVG) die Antragsunterlagen für das Genehmigungsverfahren des Herzstückes für das RegioTram - Projekt vorgelegt - die Unterfahrung des Kasseler Kulturbahnhofs.
Im Gleisvorfeld des Kassler Kulturbahnhofs soll das Schienenetz der Deutschen Bahn AG an das Straßenbahnnetz der KVG verbunden werden. Die Haltestelle der RegioTram wird im Kulturbahnhof im Bereich der jetzigen Gleise 3 - 5 entstehen. Diese Haltstelle wird bereits in Rampenlage errichtet, um eine Unterfahrung des Bahnhofsgebäudes bereits ab dem Querbahnsteig zu ermöglichen. Die Gleise 4 und 5 bilden zukünftig die neue Haltestelle mit einer Neigung von 3,9 %. Die Menschen aus der Stadt und der Region sind mit dieser Neigung bereits bestens vertraut, denn an bekannten innerstädtischen Haltestellen wie die "Am Stern", "Rathaus" und "Am Weinberg" weisen schon heute die gleiche Neigung auf.
Im weiteren Verlauf wird in einer Tiefe von bis zu 6.50 m das Erdgeschoss des Kulturbahnhofs sowie Teile des Bahnhofsvorplatzes unterfahren. Angeschlossen wird die Trasse an die bestehende Straßenbahnrampe in der Kurfürstenstraße, führt dann direkt in die Innenstadt und weiter in die Region.
Die Unterfahrung des Kulturbahnhofs kreuzt die bestehende Fußgängerunterführung sowie den bestehenden Straßenbahntunnel. Die Fußgängerunterführung im Bereich RegioTram-Trasse wird geschlossen, die unterirdische Querung der Bürgermeister-Brunner-Straße bleibt bestehen. Der bestehende Straßenbahntunnel wird geschlossen, aber für eine eventuell spätere Nutzung erhalten.
Bis es soweit war, war erforderlich, dass
- Straßenbahnfahrzeuge technisch so ausgerüstet sind, dass sie auch den Sicherheitsanforderungen eines Eisenbahnfahrzeugs gerecht werden
- bauliche Verbindungen abzweigend aus der vorhandenen Eisenbahnstrecke zur Andienung der Ortskerne der Anliegergemeinden mit dem Kasseler Straßenbahnnetz herzustellen sind
- geklärt wurde, wo und mit welchen Breiten ( unterschiedliche Lichtraumprofile von Eisenbahn und Straßenbahn) neue Haltestellen und Wendeschleifen an der bestehenden Eisenbahnstrecke und der Straßenbahnneubaustrecke anzuordnen sind,
- geklärt wurde, wo die rechtliche Verbindung zwischen " Eisenbahnrecht ( Allgemeines Eisenbahngesetz) und "Straßenbahnrecht" (Personenbeförderungsgesetz) verläuft,
- geklärt wurde, wie die betrieblichen Konsequenzen aussehen, nämlich Betrieb nach der Benutzungsordnung für Straßenbahnen und der Eisenbahnbetriebsordnung.
Nachdem diese Fragen geklärt sind, konnte mit dem Genehmigungsverfahren für das RegioTram - Projekt begonnen werden. Die Innenstadtführung über die Rudolf-Schwander-Straße ist bereits gebaut, sowie etliche Spuraufweitungen im gesamten städtischen Straßenbahnnetz sind vollzogen.
Die RegioTram - Fahrzeuge werden so gestaltet sein, dass sie sich in das Kasseler Straßenbahnnetz einfügen. Der Einsatz von Zweisystemfahrzeugen, die sowohl im Netz der DB AG, als auch im Schienenpersonennahverkehr der Stadt betrieben werden können und dürfen, waren Voraussetzung für dieses Konzept und werden bereits auf der Strecke Warburg - Kassel betrieben. Neben der Einführung der RegioTram bleiben aber der regionale Eisenbahnverkehr und die innerörtliche Straßenbahn erhalten.
Das RegioTram - Netz sieht folgende Streckenführungen vor:
Wolfhagen - Kassel - Hess. Lichtenau
Warburg - Kassel - Lohfelden
Melsungen - Kassel
Vellmar - West - Kassel - Lohfelden.
Das RegioTram - Netz wird insgesamt 122 km umfassen, von denen etwa 116 km auf bereits bestehenden Trassen verlaufen und nur 6 km echte Neubaustrecken sind. So wird das Netz aussehen

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