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Informationsaustausch über kommunale Infrastruktur der Zukunft

Demographischer Wandel
05.05.2010 - Pressemitteilung
Dr. Lübcke: „Wasserver- und entsorgung muss der demographischen Entwicklung angepasst werden“
 

KASSEL – Demographischer Wandel: Wasserversorgung und kommunales Abwasser“. Welche Auswirkungen haben abnehmende Bevölkerungszahlen auf die kommunale Infrastruktur? Auf Grundlage dieser Frage hatte das Regierungspräsidium Kassel gemeinsam mit der Umweltallianz zu einer Informationsveranstaltung in der Reihe Forum RP kommunale Entscheidungsträger und Vertreter von Ver- und Entsorgungsbetrieben eingeladen.
„Die Einwohnerzahlen gehen zurück, aber die Kosten für die kommunale Infrastruktur bleiben. Damit kommen auf die meisten Rathäuser und Kreisverwaltungen mit dem demographischen Wandel deutliche Kostensteigerungen zu“, erklärte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke in seiner Begrüßung die Motivation seines Hauses, eine solche Veranstaltung durchzuführen. „Diese Mehrkosten müssen die Bürger als Benutzer zahlen. Dazu komme noch die Tatsache, dass die Störanfälligkeit von Wasser- und Abwassernetzen mit nachlassender Nutzung und zunehmendem Alter steigt“, so der Regierungspräsident. Daher sei zukünftig bei Infrastrukturangeboten der Schwerpunkt vom Neubau zum Erhalt der Systeme zu verlagern und bei neuen Erschließungsmaßnahmen die direkten und indirekten langfristigen Folgekosten noch deutlicher zu berücksichtigen. „Die Wasserver- und Entsorgung muss der demographischen Entwicklung angepasst werden“, zog Dr. Lübcke sein Fazit.
Dem hessischen Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister zufolge müssten die Kommunen der durch den Bevölkerungsrückgang verursachten Mehrbelastung des einzelnen Bürgers durch geeignete wasserwirtschaftliche Maßnahmen entgegenwirken. So sei es notwendig, parallel zur Reduzierung der Einwohnerzahl die abflusswirksame Fläche zu vermindern, damit weniger Niederschlagswasser dem Kanalsystem zugeleitet werde. Mögliche Lösungen seien hier Versickerungen des Wassers vor Ort oder eine Zuführung des Wassers zu Flüssen oder Bächen, ohne dass das Regenwasser mit dem Abwasser vermischt werde. Dem Staatssekretär zufolge müssten die Kommunen die noch vorhandenen Potentiale zur Rationalisierung ausschöpfen und interkommunal zusammenarbeiten. Denkbar sei der Zusammenschluss mehrerer Kommunen zu Verbänden, die gemeinsam Wasserversorgungs- oder Abwasserentsorgungsanlagen betreiben.
In den weiteren Vorträgen erklärten die Fachleute einerseits die Problematiken, stellten aber auch mögliche Lösungsansätze vor. So berichteten beispielsweise Praktiker, die heute schon viel Gemeindefläche und damit ein großes Leitungsnetz bei gleichzeitig kleiner Bevölkerung bereitstellen müssen, wie sie sich dieser Thematik gestellt, und welche Lösungsansätze sie gefunden haben.

Klaus-Dieter Stichnoth, Koordinator der Umweltallianz im Regierungspräsidium, war mit der Resonanz der Veranstaltung zufrieden. Das große Interesse zeige deutlich, dass man ein Thema gefunden habe, welches die lokalen Akteure umtreibe. Daher werde man im Rahmen der Umweltallianz auch weiter das Thema „Demographischer Wandel“ in seinen praktischen Auswirkungen verfolgen.


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